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tiere jenseits der Nue St. Lazare zurückgezogen. Er ent-hält, schon seinem Ursprünge nach, mehr Talente als deralte Hofadel. Aber auch ihm fehlt es an Gleichartigkeit,und während die Alten die Folgen ihrer jugendlichen An-strengungen in Abnahme ihrer Kräfte bemerken, ist unterden Söhnen wenig hervorstechendes Talent, welches über-haupt aus Conventionsehen — wie Napoleon sie für seineSchützlinge zu verfügen liebte — nur sehr selten hervor-geht. Zudem sind wenige in der Kaiserzeit reich gewor-dene auch reich geblieben; mehrere haben dem neuen Hofesich angeschlossen.
Dieser bildet in seiner Einfachheit außer dem eigent-lichen Dienste keinen eigentlichen Hofadel, die Gipfel desHeeres aber stammen noch alle aus der Kaiferzeit.
Der neue, d. h. der Geldadel, stammt aus dem Aus-land, und zum Theil vom Jordan her. Er vorzüglichsucht durch Lurus und Livreen zu imponiren, er bautneue Hotels, hält Parforcepferde, und lädt die gute Ge-sellschaft zu den glänzendsten Festen. Daß auch diejenigensich um Einladungen bemühen, welche immer des Spottesüber die neuen Reichen voll sind, darf keineswegs befrem-den. Solche Versammlungen sind wegen ihrer Kostspielig-keit selten. Man will doch nicht ganz der Welt fremdwerden, man will Töchter ein - und vorführen, und füreine Woche Stoff zum Klatschen fassen.
Die zahlreich in Paris anwesenden Fremden vermischensich nach ihrer politischen Farbe mit den Gesellschaften, inwelchen diese vorherrscht, und Heirakhen zwischen reichenEngländerinnen und jungen adeligen Franzosen sind nichtselten.
Das wilde Wasser der neuern Zeit dringt übrigens