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genehmen Formen, die Abwechslung von Unabhängigkeitund Unterwürfigkeit, welche Gunst erwirbt. Er macht oftganz unglaubliche Böcke in Geographie, Geschichte, Kunst-urtheilen, aber er weiß seine Rechte, seine Pflichten, kenntseinen Dienst als Nationalgardist, bezahlt im Nothfallemit seiner Person, und läßt sich nichts Ungebührliches ge-fallen. Wenn er eine Reise machen muß, so findet er sichganz desorientirt, und kann nicht begreifen, wie die Leuteso albern seyn, und nicht alles haben können, wie in Paris.Er lacht herzlich über die Selbstverspottung des PariserSpießbürgers in den Theatern, bleibt aber dennoch wie erist. Er ist musterhaft sparsam, eben so ist es die theureGattin. Er weiß mit.Wenigem der Bude das Ansehendes Ueberflusses zu geben, sie die Küche mit einer, für diePreise der Märkte kaum glaublichen Oekonomie, wo nichtreichlich, doch schicklich zu besorgen. Ein Gang oder eineFahrt vor die Barrieren an Sonntagen, hie und da einTheater, höchst selten ein Freund bei Tische, elegante, zu-weilen sogar aus zweiter Hand nicht verschmähte Kleidung,Spiegel und Uhren über dem Kamin, das ist der Lurus.Aber bei der Höhe der Auflagen, bei der täglich wachsen-den Mitbewerbung, bei der Nothwendigkeit Credit zu ge-ben, fallen auch bei der angestrengtesten Thätigkeit und ineiner fetten Friedenszeit die Bissen des Gewerbsmannsoft klein aus. Schneller Reichthum ist aber meist seinVerderben. Er trägt das Unglück mit mehr Würde alsdas Glück, welches ihn nur zu oft schwindeln macht, undzu Unternehmungen verlockt, welche schon auf den erstenAnblick sich als verfehlt darstellen.
Eine bezeichnende Erscheinung bei der überwiegendenMehrzahl fdes Mittelstands ist die Verachtung religiöser