Buch 
Paris im Jahre 1836 / [von Friedrich von Kölle]
Seite
66
JPEG-Download
 

der Seitenstraße, welche vom Hofe nach der Straße Mont-martre führt, hat sich auch Trödel aller Art festgesetzt;denn wo immer Versteigerungen gehalten werden, habe»Trödler und Kleinverkäufer, welche in zu versteigernden Ar-tikeln handeln, das Recht, einen kleinen Markt vor demHaus und in der Hausflur während der Zeit der Stei-gerung zu improvisiren, um Nahrung zu suchen, wo Käu-fer sich einstellen.

Man kann sich zu sehr wohlfeilen Preisen mit allemNöthigen versehen, wenn man den Aufwand am kostbar-sten und vergeudetsten aller Capitale, wenn man die Zeitnicht schonen will. Der Gleichmuth der Trödler bei denberedten Anpreisungen des Ausrufers, die Kennermienedes Einen, die verschmitzte Gleichgültigkeit -es Andern,die Geschäfte, welche gerade die Schmutzigsten und Lum-pigsten am ausgedehntesten machen, und das schnelle Durch-wandern der Habe aller Art durch diese Räume, verdientallerdings, daß der Beobachter ihm einige Minuten schenke,nur möchte man ihm rathen, eher einen kühlen als einenheißen Tag zu diesem Durchfluge zu wählen.

Wenden wir uns nach oben. Da sieht man oft dieköstlichsten Sammlungen, das Ergebniß unendlicher Müheneines langen Lebens, Andenken der Liebe und Freund-schaft, häufiger noch den Prunk schnell erworbenen, und nochschneller verschwundenen Reichthums in Lurusgegenstän-den aller Art unter den Hammer kommen, oft auch schwarz-gekleidete Erben die Verwerthung der Verlassenschaft mitgroßer Aufmerksamkeit beaufsichtigen. Da treffen sich beider Ausstellung, welche bedeutenden Verkäufen jedesmalvorangeht, und welche besonders an trüben Sonntagensehr zahlreich besucht ist, die Kenner vom Fach, unter wel-