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Pariser benimmt sich schicklich und mäßig, spricht seltensehr laut, grüßt jedesmal im Eintreten die vsmo 6»comptohr- und ist gegen die Austvärter artig ohne Ver-traulichkeit. Frauen sieht man nur zuweilen und nie ohnemännliche Begleitung. Der tägliche Besucher kargt nichtmit einem Christgeschenk an den Aufwärter, und diesergießt ihm dafür mehr ein als dem Zugvogel.
Während alte wvhlgegründete Kaffeehäuser sich mitmäßigem Lurus begnügen, überbieten sich die neuen inPracht und Vergoldung, und bcnützen während der Ver-schönerung eine Hälfte des Saales, während die anderebemahlt wird. Die überaus großen Elementar - Ausgabenerklären die hohen Preise, der tägliche Umtrieb des Capi-tals den Reichthum, welchen jeder ordentliche Kaffecwirthunfehlbar in zwanzig Jahren Betriebs erwirbt.
Ungeachtet man in den meisten Kaffeehäusern zurgegebenen Stunde immer dieselben Gesichter wiederfindet,und ungeachtet der Gewalt, welche die Gewohnheit aufden Pariser übt, ist dennoch die Physiognomie der verschie-denen Säle nicht so unähnlich als man vermuthen könnte.Auch findet man nicht, daß die verschiedenen Landsmann-schaften da oder dort vorherrschen, wie dieses in Londonher Fall ist.
Wem es übrigens mehr um den Kaffee als um Ge-sellschaft, Zeitvertreib oder Pfeife zu thun ist, der trinkeseinen Kaffee bei dem Speisewirth, wo er ihn während desEssens bestellen kann, und wo die Cichorie noch wenigerhervorschmeckt.