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Akademiker».
Dieselbe Abwesenheit fester Normen für die Kleidungist in den öffentlichen Sitzungen der verschiedenen Classendes Instituts bemerkbar, welche die neuere französischeLiteratur mit ihren auseinandergehenden Tendenzen be-zeichnet. Gestickte Hostöcke mit Frisur und seidenen Strüm-pfen, Frack mit gesticktem Kragen und Pantalvns, einfacherFrack u. s. w. finden sich da beisammen, und das wildeWasser der Neuzeit dringt auch bei denen ein, welche sooft die Priester der Stabilität bei Veranlassungen waren,wo sie es besser nicht gewesen wären.
Die. Sitzungen der Classen, welche sich mit Natur-wissenschaften und mit der Literatur befassen, sind noth-wendig und fruchtbringend, Die Classe der politischenWissenschaften ist noch zu neu, als daß man billiger Weiseschon bedeutende Ergebnisse von ihr zu erwarten hätte, dieder schönen Wissenschaften aber litt immer und leidet jetztmehr als je an innerer Zerwürfniß uud dem Streben desnachwachsenden Geschlechts, sich der Fesseln zu entledigen,»reiche ihm vom Zeitalter Ludwigs XIV angelegt wurden.Es ist eben so gewiß, daß die Sprache sich mit dem Volkeaus- und umbilde, und daß neue Worte unabläßlich ge-schaffen oder eingeführt werden müssen, als es gewiß ist,daß jeder Schriftsteller sich gewissen hergebrachten Regelnunterwerfen müsse. Nun wird aber im gegenwärtigenAugenblicke mehr als je gefühlt, daß die französische Sprachesich ohne Noth mehrerer der nothwendigsten Worte beraubthabe (man denke nur an «ster, glre, seoir, cbavsueder