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Paris im Jahre 1836 / [von Friedrich von Kölle]
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Von dieser Seite betrachtet, verdienen die Akademieendie spitzen Worte nicht, welche man von vielen Seiten herin Paris gegen sie hört. Sie gebieten Achtung durch dieNamen der einzelnen Glieder, wirken vielfach, bald an-regend, bald mäßigend, und helfen besonders die Gleich-gültigkeit verbannen, mit welcher der Franzose sonst aufalles Fremde herabsah. Sie ehren fremdes Verdienst oftmehr als das Ausland französisches, und die Berichte überdie Sitzungen würden, wenn sie gesammelt wären, einmerkwürdiges Denkmal für das wissenschaftliche Leben derganzen Welt seyn, so wie der Ton der Berichte nur höchstselten gereizt und leidenschaftlich, oft aber voll altfranzö-sischen Atticismus ist.

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Das Pariser Jahr.

Das Jahr beginnt mit Glückwünschen und Umhcr-sendung unzähliger Visitenbillets, mit Geschenken, Musikenund Aufwartungen; die Reden und Gegenreden füllen dieZeitungen, und einige der letzteren kommen zur Welt odersterben. Die Faschingsfreuden haben schon seit acht Tagenbegonnen, die letzten Nachzügler vom Lande sind eingetrof-fen und die Zahl der Fremden ist im vollsten Stande.Die Geldcirculation ist zu dieser Zeit sehr verschnellert,und ihr Ergebniß dient gewissermaßen zum Maßstabe desherrschenden Wohlstandes. Bald nach Neujahr fangen dieBälle Routs und die großen Gesellschaften an. Die Gesell-schaften für Wohlthätigkeits- und wissenschaftliche Zwecke