Buch 
Paris im Jahre 1836 / [von Friedrich von Kölle]
Seite
105
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Es ist weniger Lustigkeit, ja Fröhlichkeit unter denParisern als ehemals, aber mehr Ernst und Gründlichkeit,weniger Witz, aber mehr Wissen; vielleicht weniger gesel-lige Liebenswürdigkeit, aber dagegen mehr politische Erzie-hung und Selbstgefühl. Die Bewegung des Bürgerstan-des, von welchem hier doch vorzüglich die Rede ist, gehtgleichförmig durch ganz Europa Einem Ziele zu; er hatviel errungen, hat aber noch mehr zu erringen, was Wun-ders daher, wenn er ernst, ja trocken und hart gewordenist. Vergessen wir doch ja nie bei jeder Erscheinung desgeselligen Lebens, welche uns ergötzt, auf wessen Kosten sieins Leben gerufen worden sey!

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La ndlu st.

Die reichste und vornehmste Classe der Pariser mußein Landhaus besitzen, geht aber nicht so regelmäßig aufsLand, und macht dort keinen so großen Aufwand, wie dieEngländer, doch üben Manche eine sehr glänzende Gast-freundschaft, ohne die Förmlichkeiten des englischen Land-lebens in vollem Betrage nachzuahmen.

Die Zeit der Landlust ist vorzüglich der Herbst, derJagd wegen, welche nächst dem Kriege die Hauptleiden-schaft des Franzosen ist. Ein reicher Berliner, welcher dieJagd im Parke von Rambouillet gepachtet hat und dortParforce - Jagden gibt, übertrifft alle Franzosen an Auf-wand und Großartigkeit seiner Partien. Auch Jagdennach Kirchthürmen Otssxle odsses) wurden auf englische