Buch 
Paris im Jahre 1836 / [von Friedrich von Kölle]
Seite
110
JPEG-Download
 

110

zendsten. Man muß den Diener höher lohnen, damit ersich das Tragen des Knechtsrockes gefallen lasse.

Die Sparkassen äußern übrigens bereits sichtlich guteWirkung auf die dienende Classe, und die Aufhebung derLotterie war ein großer Schritt zum Bessern. Mochte dasöffentliche Glücksspiel ihr bald nachfolgen!

Im Allgemeinen sehnen sich die Diener immer vonParis weg. Die langen Gänge, die Nachtwachen, dasewige Putzen und Scheuern, die Wachsamkeit, damit ihreHerrschaft nicht bestohlen werde, die Theurung der Lebens-mittel, an welche ihre Casse reicht, und die Sparsamkeit,welche die hohen Preise aller Dinge auch ihrer Herrschaftzum Gesetz machen, erregen nach den ersten Monaten,wenn die Giraffe und Debureau gesehen sind, bei ihnendie Sehnsucht nach wohlfeileren Städten, besonders abernach Reisen.

Riesenhafte oder besonders elegant aussehende Diener,durch welche ehemals die guten Häuser sich auszeichneten,sind nicht mehr Mode, wahrscheinlich weil sie zu theuersind, und die Mohren mahnen nicht mehr an Besitzungenin Sän Domingo wie ehedem. Am meisten halten rei-tende Damen noch auf sehr elegante Jvkey's und alteHerren noch auf gut srisirte und reich gepuderte Diener-schaft. Auch runde Lockenperückeu, wie die englischen Kut-scher sie tragen, werden zuweilen, aber noch sehr selten,gesehen.