Buch 
Paris im Jahre 1836 / [von Friedrich von Kölle]
Seite
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Kneipen.

Der tägliche Verkauf des Weins und Branntweinsgeschieht in kleinen, meist engen Buden, welche den abfer-tigen, der stehend seine Canone (V» Flasche) leert; in Neben-gemachen finden sitzende Trinker, welche sich mehr Zeit neh-men, bequemeres Unterkommen. Der gewöhnliche Weinist roth, kömmt aus der Umgebung der Stadt, oder vonder Gegend um Orleans, und wird mit Wein aus demsüdlichen Frankreich gestärkt. Mit Thätigkeit und seinunterscheidender Zunge erwirbt sich der Weinschenke leichtein reichliches Auskommen, so sehr die Abgabe von 5 Sousauf die Flasche Weins zum Behufe der städtischen Caffensein Gewerbe beschränkt. Aus letzterem Grunde steigt auchder Verbrauch des Weins nicht ganz im Verhältniß derEinwohnerzahl und des Wohlstandes, wohl aber der desBranntweins. Im Ganzen und im täglichen Laufe desLebens ist der Pariser mäßiger als ein deutscher Groß-städter, und trinkt selten mehr als eine Flasche über Tisch,oft nur eine halbe Flasche in vierundzwanzig Stunden.Aber an Sonn- und Festtagen, wenn das Wetter es nurirgend erlaubt, geht der Handwerker und Arbeiter, derDiener und besonders der Invalide vor die Thore, woder Wein nahezu um die Differenz des Octrvi wohlfeiler,das Essen aber eher theurer ist, als in der Stadt, derWagniß des Verlustes wegen, wenn, wie so oft geschieht,schnell Regen einfallen sollte. Da steht nun eine Kneipean der andern, jede sucht auf ihre Weise anzulocken, durchsslons pour 10V couvorts, Carrousels, Jeu de Siam,