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scher, und die ersten Verfertigen Pleyel, Pezvld, Pape rc.sind es ebenfalls.
Wenn in den höheren Ständen Geschmack an Musikund Uebung in guter Tonkunst offenbar im Vorfchreiten ist,so mag jener als eine ausländische, im Volke keineswegswurzelnde Pflanze angesehen werden, und diese wird nochlange mit dem altfranzösischen Singsang zu kämpfen haben,und die Sprache, so wie das unvollkommene, verschluckendeOrgan der Gallier wird nie eine fröhliche Erscheinung inwahrhaft volksthstmlicher Musik hoffen lassen, wie wirzwar wenige, aber doch Eine haben, welche alle Welt alssolche anerkennt — Webers Freischütz.
Die Accordeons, welche in vielen Buden von Parisund um sehr niedere Preise verkauft werden, könnten beideutschen Heeren leicht als eine Art Feldorgel mitgeführtund zu Begleitung und Leitung des gemeinschaftlichen Ge-sangs gebraucht werden. Auch scheinen sie mir besser zuFührung eines Kirchengesangs zu taugen, als manchequickende Filialorgel.
Musikalische Instrumente aller Art werden übrigensin Paris in großer Vollkommenheit verfertigt und weithinversendet. Auch der Handel mit Musikalien ist sehr bedeu-tend, und liefert das Neueste unglaublich schnell und sehrwohlfeil mittelst des Steindrucks.
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Volksbelustigungen.
Die alten Feste, wo der Pöbel bestialisch abgefüttertwurde, und sich um das Hingeworfene balgen durste, sind