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die Einmischung der Musik zu sehr, als daß etwas Ratio-nelles und Rationelles hieraus hervorgehen könnte.
Leider ist die ächte Pariser Posse verstummt, und dieTheatre des Varistss, de l'Ambigu und des Palais ropalgeben nur selten etwas recht Ergötzliches, zu welchen un-glaublichen Reizmitteln sie auch greifen, um die Zuhöreranzuziehen. Wie oft denkt man an Göthe's Wort: Werfertig ist, dem ist nichts recht zu machen.
Im Allgemeinen kann dem Neuangelangten gerathenwerden, die besseren Theater zuerst, die kleineren nur inLogenplätzen zu besuchen, und zwar vorzugsweise an Werkel-tagen, mit Einkauf der Billette von der Hand eines derunzähligen Billetthändler vorsichtig zu seyn, und sich lieberin den Schweif zu stellen, welcher sich ohne Drängen stillvoranbewcgt, sobald die Casse geöffnet ist. Daß auf dieBequemlichkeit der Sitzenden, auf Reinlichkeit der Bänke,auf Vermeidung des Luftzuges nur selten gehörige Rück-sicht genommen, daß die zweite Galerie über drei Trep-pen sey n.s. w. wird er nur zu bald inne werden. Stöckeund Regenschirme werden gegen Pränumeration von 2 Sonsabgelegt und die Langeweile durch Lesen einer erkauftenZeitung vertrieben, welche aber oft wegen der spärlichenBeleuchtung die Augen anstrengt. Uhren sind nicht überder^Bühne vorhanden, wie in den italienischen Theatern,dagegen hängen dreifarbige Fahnen aus. Zuweilen wirdder Marseillermarsch begehrt, aber selten von Vielen ge-sungen. Zwischen den Stücken ist der Foyer, ein Gesell-schaftSsaal mit Spiegeln, Büffet u. s. w. versehen, besucht.In den Awischenacten wird in den meisten Theatern Man-delmilch, Limonade und Eis, wohl auch Bier ausgerufen.