Buch 
Paris im Jahre 1836 / [von Friedrich von Kölle]
Seite
156
JPEG-Download
 

15 «

schasten derer, welche die früheren italienischen Feldzügemitmachten, häufig unter den Hammer, daher es an Stofffür den Kunsthandel nicht fehlt. Desto mehr fehlen dieKäufer, wenn es sich nicht von ganz ausnehmend aus-gezeichneten Werken handelt; denn die öffentlichen Samm-lungen sind meist gesättigt, der neuen Sammler wenige,die Locale eng , Kunstsinn und Kunstkenntnisse unter derClasse der neuen Reichen wenig verbreitet. Man kanndaher behaupten, daß es keinen vortheilhafteren Platz zumEinkaufen in der Welt gebe, als Paris im gegenwärtigenZeitpunkt.

Die einzig schöne Sammlung hetrurischer oder alt-griechischer Thongefäße, Erze und Geschmeide, welche derKunsthändler Dnrant besaß, wird demnächst versteigertwerden. Sie war mit Sinn, Liebe und einer gutversehenenCaffe gebildet, und verdiente beisammen zu bleiben.

Außer Münzen, für welche hier viel Liebhaberei herrscht,und mehr Kennerschaft sich findet, als für die übrigenZweige der Alterthumskunde, trifft man wenig griechischeund römische Alterthümer verkäuflich, auch versteht manhier die Kunst des Restaurirens der Marmore und Bron-zen noch sehr wenig.

Dagegen findet man viele Arbeiten in Erz aus demsechzehnten Jahrhundert, besonders Florentinischc, undbezahlt das Bessere zu sehr guten Preisen, wenn es nichtzu groß, d. h- höchstens zwei Drittel der Lebensgröße ist.

Mit Gemäldehandel geben sich sehr viele Menschenin Paris ab, Adelige und Tischler, Künstler und Trödel-juden, und die Zahl der jährlich versteigerten und in Bu-den zum Verkauf ausgebotenen Bilder ist unglaublich.Bilder erste» Ranges, bessnders Niederländer, stehen in