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Paris im Jahre 1836 / [von Friedrich von Kölle]
Seite
272
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zu verdienen geben, höflich und zuvorkommend zu behan,dein habe, sollten sie auch Hieb, Stich und Schuß mit ihmgewechselt haben. Im Gegentheil, er sieht die Qualitätals ehemaliger Feind politischer wie persönlicherals einen Titel zu näherer Bekanntschaft und Camerad-schaft an, wenn nichts Unehrenhaftes dabei vorkam.

Die größere Härte, mit welcher Paris 1815 von denVerbündeten behandelt wurde, glich sich durch den bedeu-tenden Auswand aus, welchen die Engländer machten; di-Preußen waren neben der Erinnerung an ihre Leiden auchnoch viel sparsamer als jene, aber die großen Generalstäbe,die russischen Garden, die Generale und Lrdonnanzvsficierealler Heere zogen ihnen schnell nach, und der Besuchdauerte etwas länger als 1814, wo die Verbündeten esfür nöthig hielten, das verletzte Nationalgefühl zu schonenund die Bvurbons mit den Parisern möglichst bald alleinzu lassen.

Bei allen diesen Veranlassungen zeigte die Bevölkerungvon Paris eine Art Neutralität, auf richtige Berechnungmaterieller Interessen begründet. Diese waren durch diekaiserliche Regierung tief verletzt worden, und wenn manauch nicht die Bourbonen zurückwünschte, so wollte mandennoch vor allem Frieden, Handel und Einschränkung derZwingherrschaft. Im Jahr 1815 hätten die Pariser bereitsdem Hause Orleans als einer Transaction den Vorzuggegeben, wenn sie eine Stimme dabei gehabt hätten. Wirerhalten vielleicht demnächst sehr interessante Aufschlüsseüber die Lage der jüngeren Linie im Jahr 1815. DerPariser nimmt die allgemeinen politischen Begebenheitenmehr an, als er sie hervorruft, nur wenn er so direktverletzt wird, wie durch die Ordonnanzen, oder wenn eine