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Unter den Parisern ist Blüchers herbe Feindschaft noch un-vergessen , und ein süddeutscher Gelehrter befreite sich vvmDienst in der Nationalgarde dadurch, daß er sagte, er seyein Preuße. Aber außer dieser so zu sagen persönlichenEhrensache zwischen den Nebenbuhlern um den Kranz deSKriegsruhms, ist vom alten Hasse wider dieAlliirten keineSpur mehr in Paris zu finden.
Im Gegentheil gedenkt man der Occupationen miteiner gewissen Liebe, beinahe Sehnsucht. Nach sehr ge-drückten geldklemmen Zeiten strömte auf einmal eine un-glaubliche Summe Geldes nach Paris. Alle Buden räum-ten sogar die Ladenhüter auf. Wein- und Speisewirthekamen nicht aus den Kleidern, die öffentlichen Mädchensangen: Vivom nos AMIS, leg ovneiiris, und sie sangendieß nicht allein.
Die scharfsichtigeren Pariser sahen die entfernteren Fol-gen dieses Herbeiströmens der reichen Jugend aus ganzEuropa wohl ein, und Brillat de Savarin behauptet mitRecht, daß die seither so sehr gesteigerte Nachfrage nachChampagnerwein und das bis ins Unglaubliche vermehrteHerankommen der Reisenden vorzüglich durch die ange-nehme Erinnerung jener Tage veranlaßt worden seyen, daman nach harten Kämpfen und langen Entbehrungenendlich an einem glücklichen politischen Wendepunkt sich güt-lich thun und die Gelder anbringen konnte, für welche dervorhergegangene Feldzug keinen Abfluß veranlaßt hatte, weilman nicht zahlte, was man hatte, oder nichts fand, wasman zahlen konnte.
Ueberhaupt tragt der Franzose seinen Haß nicht solange nach als wir Deutsche, und glaubt, daß er die,welche ihn besuchen, in seiner Zunge reden, und ihm Geld