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gelt. Man wähnt zuweilen den Teufel der heil- Theresezu sehen, welcher alles vermag, nur nicht zu lieben.
Paul Laroche's Ermordung des Herzogs von Gnise,und der Beduine, welchem ein Mädchen aus einem Krugezu trinken reicht, von Horace Vernet, trugen die Palmedes allgemeinen Beifalls davon; jenes fein und geschmack-voll gemalt, aber nicht gut compvnirt, dieses gut compv-nirt aber zu flüchtig gemalt, beides eigentlich Genrebilder.
Ueberhaupt droht die Genremalerei die historische unddie Landschaftsmalerei zu überflügeln, wie W. Scotts Ro-mane die beiden Arten, welche sie in sich zu vereinigen stre-ben. Man will prosaische, mit den Händen zu greifendeWahrheit, ohne Mühe verständlich, aber ohne weitere Er-hebung des ästhetischen Gefühls.
Die Landschaftsmalerei lieferte vieles Gute, nichtswahrhaft Ausgezeichnetes, und besonders keine glücklicheund grandiose Cvmpvsition. Die Zahl der Bildnisse warLegion, nur wenige der Darstellungen und des Dargestell-ten ausgezeichnet. Einige Interieren und Blumenstückeverdienten Lob.
Im Ganzen erkennt man, daß die französischen Künst-ler mehr nach einem Lieblingsmeister als nach eigenerAuffassung, mehr nach akademischen Studien als der An-weisung Eines Lehrers malen. Die Farben werden ohneAuswahl angewendet, daher der traurige Anblick der Ga-lerie des Lurembourg.
Nun aber bekennen wir ebenfalls, daß ein Hinneigenznm Princip der niederländischen Schule in der Kunst wieauch im Leben sich herausstellt. Wir glauben, daß aufdiesem Weg allein die französische Schule sich begreifen,sich organisch, volkstümlich werde ausbilden können.