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Paris im Jahre 1836 / [von Friedrich von Kölle]
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Die Größe der Bilder nimmt alljährlich ab, mit derGröße der Zimmer, für welche sie bestimmt sind, und dieAquarellskizzen werden zahlreicher von Jahr zu Jahr.

Die Kupferstecherkunst hatte wenig, aber Löbliches,desto mehr hatte der Steindruck geliefert, welcher derfranzösischen Auffassung und dem französischen Vortragebesonders zusagt.

Die Bildhauerkunst hatte sich zwar nicht entblödet,Büsten auszustellen, welche nichts weiter waren als Todten-masken mit dazu componirten Haaren; dennoch wareneinige gelungene Statuen, einige gutgearbeitete Büsteu,aber auffallend wenige Basreliefs zu sehen.

Für geschnittene Steine, Ornamente u. s. w. scheintdie Ausstellung nicht geöffnet zu seyn.

Bei den Arbeite» der Architekten sah man wohl, daßsie bei ihren Planen eine unendlich reiche Börse des Bau-herrn vorausgesetzt hatten. Plane zu Häusern fehlten lei-der. Wenn man auch einen glücklichen Gedanken nichtgern in Zeichnung veröffentlicht, ehe er ausgeführt ist, sosollte dennoch während oder nach der Ausführung dieserden Kunstfreunden nicht vorenthalten werden. Die Re-staurationen römischer Thore in Langres waren sehr lobens-werth, auch eine dem Plan auf einer alten Tapete entnom-mene Ansicht von Paris, wie es im fünfzehnten Jahrhun-dert ausgesehen haben mag.

Das Publicum drängt sich an allen öffentlichen Tagenin die Ausstellung, und gruppirt sich sogleich um discuti-rende Kenner, um einige Weisheit zu Fällung des eigenenUrtheils zu erhäschen. Man hört oft gar sonderbareAeußerungen. Zu bedauern ist, daß die Anschauung deralten Kunstwerke während der ganzen Dauer des Salons