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Paris im Jahre 1836 / [von Friedrich von Kölle]
Seite
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erkennt man in ihnen die Kinder Eines Vaters, «ndüberall denselben sich abmarternden Ungeschmack.

Die Erhebung der Stadtaccise, welche sehr bedeutendund für die Einwohner daher drückend ist, erfordert nichtnur ein sehr starkes Personal, sondern man hat auch zuVerhütung der Schmuggelei außerhalb der Mauer einemit Bäumen besetzte Landstraße, innerhalb einen Weg fürdie Patrouillen gebahnt.

Dennoch wird täglich und viel eingeschmuggelt. Mau-rer, deren jeder Blasen mit Branntwein gefüllt in Pan-talons und unter dem Hemde trug, wurden vor kurzemertappt, sogar Wasserleitungen wurden zu Einbringungvon Wein benutzt. Seit alle Wagen ohne Unterschied, dieköniglichen allein ausgenommen, durchsucht werden können,hat die Einnahme der Octroi sich bedeutend vermehrt.Doch verfahren die Angestellten bei Herrschaftswagen mitHöflichkeit, bei denen selbst, welche wirklich durchsucht wer-den, mit großer Schnelligkeit, um die Nachfahrenden nichtzu lange aufzuhalten.

Die letzten Straßen innerhalb der Mauern sehen länd-licher aus als die ersten außerhalb derselben, weil die zahl-reichen Kneipen dicht an einander vor den Thoren stehen,während der Raum innerhalb noch Gärten, Pensionen,Magazine und Fabriken zuläßt. Paris kann noch 200,000Menschen mehr enthalten, als seine jetzige Bevölkerungzählt, ehe die Mauern ihm zu eng werden.

Daß diese ein großes Uebel seyen, wird niemand läug-nen, aber wie gewöhnlich hat auch dieses Uebel eine guteFolge, es schneidet die Umrisse der Stadt bestimmt ab,und vereinigt die Neubauten mehr mit dem schon bewohn-en Theil, als ohne Mauer der Fall seyn würde, und