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Paris im Jahre 1836 / [von Friedrich von Kölle]
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Die Jnlinsrevolutkon.

Von den Vorfällen, welche den ungeheuern Umschwungvon i8zo begleiteten, sind so viele Berichte in die Weltergangen, daß hier eine Wiederholung um so überflüssigerwäre, als der Verfasser nicht Augenzeuge der großen Wochewar. Aber zu Beurtheilung der Vorfälle, Begebenheiten,zu richtiger Schätzung der in Bewegung gesetzten Kräftekann er vielleicht einige Beiträge geben, welche reinen undklar abspiegelnden Quelle» entnommen sind.

Die Regierung sah sich durch den langsam aber gleich-förmig wachsenden Widerstand genöthigt, das letzte Mittelzur Rettung zu ergreifen. Sie war gewiß verloren, wennsie es nicht ergriff, sie konnte wenigstens sich retten, wennsie es ergriff. Der Haß gegen die Priester und Per ver-letzte Nationalstolz machten die Herrschaft der Voürboncnüber das jetzige Frankreich zur Unmöglichkeit, und werdensie »och lange dazu machen, wenigstens was Paris unddas nördliche und östliche Frankreich betrifft.

Die Kälte, mit welcher Algiers Eroberung vom Publi-kum aufgenommen wurde, bewies, daß man selbst denRuhm aus solchen Händen verachte, und brachte den Ent-schluß, einmal zu wagen, was Napoleon so oft mit glück-lichem Erfolg gewagt hatte, zur Reife.

Aber unglücklicher Weise war Polignac nicht der Mann,welcher die Bourbons mit Frankreich hätte versöhnen kön-nen. Seine Ansichten, sein Glaube, seine Leiden selbst fürdie Bourbons, machten ihn zum Gegenstand des Hassesfür die vorschreitende, so sehr überwiegende Mehrzahl der