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Siebentens bieten die Gesellschaften nirgends so vielefrische und gutgewählte Toiletten der Damen als in Paris.
Achtens, wo rasch anzugreifen, zu helfen, etwas zuorganisiren ist, findet man bei dem Pariser eine Gefügig-keit, gute Laune und Zuordnung, wie man sie anderwärtsvergebens sucht.
Neuntens endlich werdet ihr für euer Geld höflichbehandelt, für eure geselligen Eigenschaften eingeladen, füreuren Credit begrüßt; wenn dieß schon reiner Calcul ist, soist wenigstens Methode darin, und zwar einegute. Die alt-französischen Urbanität hat sich nur Modificirt, aber unter-gegangen ist sie nicht, wie viele Franzosen zu behauptenlieben.
Man lebt im Verhältniß in Paris, sobald man dieLebensweise ergründet hat, um dasselbe Geld bequemer und,besonders bei dem Bedürfniß geistiger Unterhaltung, besserals in jeder andern großen Stadt. Hiezu tragen Sittedes Volks, Freiheit des Lebens und der Presse, Richtungder städtischen Industrie und der stets wachsende Einflußder englischen Colonie ungefähr gleichviel jedes von seinerSeite bei. Geistvolle Menschen aller Nationen haben dieseStadt zu ihrer Heimath von jeher gemacht, und gegen-wärtig leben deren mehr als jemals daselbst, und wennviele Reisende ihr Leben zubringen, über diese Stadt zuschimvfen, so thun sie es wenigstens ohne sie zu verlassen.