Band 
[Erster und zweiter Band.]
Seite
39
JPEG-Download
 

halb kritifirt haben zu entschuldigen, indem er sie bittetzu bedenken, daß andere Zeiten und andere Umständeauch andere Pflichten auferlegen. —

Die Regierung bediente sich bald wieder seiner, umein zweites Geschäft, ebenso mühsam und kitzlich, zu voll«bringen: es kam darauf an, Jucontri zn bewege«, denKatechismus des Bischofs Coldert, auch den von Mont-pellier genannt, von Canonikus Burclli übersetzt, oderauch die Katechismen Fieurvs oder MeScnguyS, in ganzTvSkana einzuführen, alle waren in den Augen derKurialisten mir anti-römischen Grundsätzen befleckt. In-dessen gelang ihm dies Unternehmen: die Furcht vor demFürsten, war bei dem Erzbischof größer, als die vor demPabst, und ungeachtet seiner innern Ueberzeugung, daßer sich dem ganzen Unwillen des römischen Hofe« Preisgäbe, der das bei Seit« legen des Bellarminischen Kate-chismus, der seinen Interessen so günstig war, nichtgleichgültig ansehen konnte, wählte Incontri dennoch denvon Colbcrt. Er wagte eS nicht sich für den des Mcsenguyzu erklären, „den er indessen sehr schätzte", wahrschein-lich wegen der förmlichen Verdammung die ihm von Romaus geworden war. —

Cvlbcrts Katechismus auf dessen Titel der Nameneine« berühmten Bischofs, der appellirt hatte, praugke,war in TvSkana schon von dem Vorgänger JncontriS,dem Erzbischof La GberardvSca gebilligt worden, im Jahr1717, bald darauf wurde er von der Versammlung desInder verdammt, ein Umstand der wahrscheinlich denTod des Prälaten beschleunigte. Wem e« bekannt ist,mit welchem Grad von DeSpotiSmu« und Bigotterie,der damalige Fürst, (ComuS IH aus dem Hause MediciS.)TvSkana regierte, und welchen Einfluß ein von Romausgegangenes und von den Jesuiten unterstütztes Deeret