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wenn man sie selbst mit aller mögliche» Vorsicht aus-übte, dennoch immer zu fürchten wäre, daß man in diencstorianifche Ketzerey verfiele, was unglücklicher Weisenur zu oft geschehen ist. Die Jesuiten der Didcese vonPiStoja hatten Rieci hinsichtlich ihrer Lieblingsandacht son»diren lasten, als er noch in Rom war, und das bei Ge»legenhcit der Bitte einer Nonne von Prato, die ei» jähr-liches Fest und eine beständige Messe gründen, und In-dulgenzen erlangen wollte, zur Ehre des heiligen Herzens.Man kann sich leicht vorstellen, wie diese Bitte von Ricciaufgenommen wurde; allein so war eS nicht bei dem Hofzu Rom, 'den man gleichfalls darum angegangen hatte.Der Kardinal Rezzonico, Sekretair der Bittschriften,machte nicht die geringsten Schwierigkeiten alles zu be-willigen, was die Nonne begehrte, und das Brcve dar-über nach Prato zu schicken, von wo es der Pro-Vika-riuS wieder an Ricci sandte, der es an sich hielt ohneder Sache weitere Folgen zu geben.
Diesem ersten mißglückte» Versuch, folgte bald einzweiter. Den Z. April I7öl befand sich Ricci zu Prato,um mehrere Glocken einzuweihen, welche für die Haupt-kirche dieser Stadt bestimmt waren. Als er in den Tem-pel kam, in dem Augenblick wo die Ceremonien beginnensollten, wurde ihm gesagt, er möge auf seiner Hut seyn,man habe vor ihn zu überlisten, mehr konnte man ihmNicht mittheilen. — Da er nun einen Betrug vermuthete,so nahm er sich vor, sich nicht überraschen zu lassen,und verweigert« das an ihn gerichtete Begehren, die größteder Glocken zu Ehren Jesus Christus zu taufen. DerBorwand den er deshalb machte war, daß da alle Glo-cken Gott geweihet würden, dies nicht nöthig sey. Ertaufte sie St. Stephan, der Name des Schutzpatron»der Stadt. Als die Ceremonien beendigt waren, gicngSiieei die Arbeit an den Glocken zu bewundern, um sie