Band 
[Erster und zweiter Band.]
Seite
59
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§9

für das Cardlnalat der Bewohner von Pistoja, und derGenuß eines sehr ansehnlichen Einkommens setzte die da«ran Theil habenden Priester in den Stand, sich viele Crea-toren in der Stadt und aus dem Lande zu verschaffen.Die Ertheilung von vielen HciralhSgütern, um jungeMädchen auszustatten, machte ihren Schutz dem Volkegewissermaßen nothwendig., und da sie das Recht, dasihnen zustand, die vakanten Stellen in den Cvngrcgatio,nen zu besetzen, säst immer zu Gunsten sehr junger Leuteausübten, so gab dieß zu ärgerlichen Scherzrcdeu unterdem Volk Veranlassung, das diese Ernennungen für eineArt von Lohn für die Kinder der Gevatterinnen jedesPriesters ansah, ^

Die Congregation der heil. Maria, cli klasra ge-nannt, war am wenigsten reich (sie besaß ungefähr 100,000Thaler jährliche Einkünfte); aber sie war von allen dreienam besten verwalket. Die der Dreieinigkeit und des heil.Geistes hatten ansehnlichere Fonds, die"aber mehr in Un«vrdnung waren. Nachdem Ricci vergeblich alle Mittel derGüte angewandt hatte, daß sie ihm Rechnung ablegensollten, so schritt er zur Gewalt, da nichts ihren Starr-sinn und bösen Willen bezwingen konnte.

Da er zum Ziel gelangt war, entwarf er einen Plan,nach welchem die Reichthümer der 3 geistlichen Corpora-tivnen den Pfarrern der Diöcesc ein anständiges Auskom-men verschaffen sollten, da es dringend war, sie der Noth-wendigkeit zu entreißen, mit heiligen Dingen Handel zutreiben, wie sie es bisher gethan hatten. Dieser Planwurde trotz des Widerstandes, den er von Seiten der Mi-nister erfuhr, von Leopold unmittelbar sogleich angenom-men, und der Bischof von P-stoja erhielt den Befehl,selbst das Gesetz abzufassen, durch das sein Plan in Aus-