Band 
[Erster und zweiter Band.]
Seite
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«was anzunehmen; sie mußten umsonst Messe lesen, tau»fcn, trauen und Leichenreden halten. Die Kosten der Ce-remonien waren bestimmt, so daß sie nie überschritten wer-den konnten; so war z. B. eine gewisse Anzahl von Ker,zen, festgesetzt, die um jeden Todten, mochte er seyn, werer wolle, hergestellt werden mußte, und nie weder vermehrtnoch vermindert werden durste. WaS die Verstorbenen oderihre Erben über die Summe, die der Kasse der Geistlichennach dem Gesetze gebührte, aussetzten, mußte zur Unter-stützung der Armen verwendet werden. Diese Verordnun-gen konnten nicht zu gleicher Zeit in der ganzen Didcesein Ausübung gebracht werden, da der Bischof entschlossenwar, keine Ungerechtigkeit zu begehen, durch Vernichtungeines durch B-sitz erworbenen Rechts. Uebrigens unter-warfen sich mehrere Pfarrer außerhalb Pistoja willig derneuen Verordnung; einige traten sogar von selbst, ohnedazu gezwungen worden zu seyn, ihre Güter ab, um weitgeringere Besoldungen zu genießen. Die Stadt» und Land-Geistlichen wurden von dem Kirchengut mit allen Noth-wendigkeiten, ja selbst mit den Bequemlichkeiten des Leben-versehen, so daß sie sich ausschließlich mit dem Seelenheilder Gläubigen in ihren Sprengel» beschäftigen konnten.Man schaffte ihnen sogar Bücher an, um die Liebe zurWissenschaft und Tugend in ihnen zu beleben.

„Der unbestreitbare Nutzen dieser letzter» Maßregel„(der BüchcrauStheilung) sagt Ricci, hat ganz aufgehört,„da die bischöffliche Inquisition meines Nachfolgers cS„unternahm, die Dibcese von denen, was er die schlechte„Lehre nannte, zu reinigen, indem er sich, wohl verstan-den , um darüber zu urtheilen, einzig an den römischen„Index der verbotenen Bücher hielft Dieses Verzeickniß„nahm er zur Hand, und raubte den Geistlichen alle„Bücher, die, Gott weiß warum, darin standen

2^ urile provvvllllnento msiico üllstto, qusoäo I»