117
Aber die Minister widersetzten sich aus allen Kräftendieser günstigen Stimmung Leopolds. Sie benahmen sichdabey, wie sie es immer bey gleichen Umständen rharen,wenn sie sich nicht stark genug glaubten, offen gegen dievorgeschlagenen Reformen zu kämpfen; sie inkriguirtenheimlich, und waren so fein, durch den Auditor und Ju,ffizsckretair Martini dem Anschein nach ganz unmerklicheAenderungen machen zu lasten, die Ricci's Plan nurganz wenig zu mvdisiciren schienen. Nichtsdestowenigeränderten diese geringen Abweichungen, denen der Fürstkeine Aufmerksamkeit schenkte, oder keine Wichtigkeit bey«,legte, die Natur der Sache so, daß der Bischof vonPiStvja zu seinem größten Erstaunen ein Gesetz erschei-nen sah, das einen von dem seinigcn ganz verschiedenenPlan enthielt, und das nicht nur in dem übrigen Theildes GroßherzvgthumS, sondern sogar in sciirer eigenenDiöcese ausgeführt wrpde.
Was den Bischöffen ToSkana'S und dem Ministe-rium (mit dem sie die Oppositionspartey bildeten, in demPlan Ricci's besonders mißfallen hatte, war, wie ersagt, daß er dem bischöflichen Stuhle das Recht zugc,stand, in Zukunft alle Benefizien, die aus freier Gabeoder von königlichem Patronat herrührten, zu verleihen.Diese Maßregel hätte den einen und den andern dasMittel benommen, sich Kreaturen zu verschaffen, oderihr« ergebensten Parteygänger zu belohnen, indem siekirchliche Benefizien an sie verschwendete«. „Ach sah,„fügt er hinzu» von Anfang an, was die boshafte Ab«„ficht meiner Widersacher war, um mit diesen Schlichen„ihren Monarchen zu täuschen. Ich zweifelte gar nicht,„daß die Jesuiten und der römische Hof ihren Theil da«„ran hätten, wegen den Spuren von BajanismuS ")
") Ein Zweig des Jnnsimi'mue, «ach dem vr. Bajus so ge-nannt.