Band 
[Erster und zweiter Band.]
Seite
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ligung vorlegt«, war schlecht gedacht und abgefaßt; esenthielt widersprechende Grundsätze; kurz, es halte mehrdie Tendenz, den Besuch der Versammlung zu'mißrathcn,und ihre Unnützlichkeit zu beweisen, als wahrhaft für dasGute begeisterte Priester anzuziehen, denen es wie demFürsten klar geworden, daß der Zeitgeist gebieterisch eineReform der zahlreichen Mißbräuche erfordere. Der Groß-herzog schickte Ricci diese Schrift, und bat ihn, sie zuuntersuchen, zu beurtheilen, und ihm einen gründlichenBericht darüber zukommen zu lassen.

Dieser Belicht wurde mit aller möglichen Schonungfür die Person des Bischofs von Fiesola abgefaßt; aberRicci gab sich Mühe, kräftig das Unzusammenhäugendeder Ideen seines Verfassers herauszuheben, und schloßmit dem Rath, dem Prälaten den großen Dienst zu lei-sten, sein Zusammenbcrufungsschreibcn zu unterdrücken.Dieser Schlag, dessen Urheber man bald kannte, und diebeständigen Lobeserhebungen Leopolds, der den Verstandund die Treue Ricci'S nicht genug rühmen zu könnenglaubte, entzweite» diesen vollends ganz mit seinem Amts-gcnoffcn zu Fiesola, und reizten aus's neue seine zahlrei-chen Neider und Feinde. Mancini schickte sein Schrei-ben, sorgfältig verbessert, an die Regierung zurück: derGroßherzog ging unmittelbar nach Pistoja. Ricci wußte,daß dieses neue Schreiben im Ministerium schon lehrgünstig beurtheilt worden sey, »ich er selbst gab zu, daßdie gröbsten Fehler daraus verschwunden wären; indessenbehauptete er, daß, da derselbe Geist, wie vor der Ver-besserung, darin herrsche, bey seiner Bekanntmachungauch dieselben Gefahren zu befürchten seyen, und derGroßherzog verbot dem Bischof von Fiesola, sein Schrei,den erscheinen zu lassen.