Band 
[Erster und zweiter Band.]
Seite
163
JPEG-Download
 

165

Er fehlte nur darin, daß er sio nickt so zu strafen wußte,daß sie dadurch gehindert waren, wieder von neuem an»Zufangen.

Die Minister wurden immer mehr erbittert,, da siesahen, mit welcher Leichtigkeit Ricci alle dieUutcrnehmun«gen gelangen» die sie für unmöglich erklärt hatten. Dieübrigen toSkanischc» Bischöfe waren so ausgebracht, undnoch mehr in Verlegenheit gesetzt, alt sie. Sie wolltennichts thun. was der Bischof von Pistvja that. aus Furcht,sich mit Rom zu überwerfen, und sich gefährliche Feindeunter den Mönchen zu machen. Je mehr übrigens Riccireformirte, desto bcmerklicher wachte sich ihre boshafteTrägheit dem Monarchen. Auch stieg ihr Haß gegen denPrälaten täglich höher. Was sie besonders heftig auf»drachre, war die angebornc Uneigennützigkeit Ricci's, dienoch durch das Glück das er hatte, selbst reich zu seyn,verwehrt wurde, und die sie täglich entweder gehässigenVergleichungen aussetzte, oder sie zu dct für sie so grau»lamen Nothwendigkeit zwang, seinem Beispiel zu fol»gen.

Diese Tugend glänzte besonders seit seinett Sprengel«Visitationen, die er ganz auf seine Kosten machte, wäh«rend seine Amtsgenosscn die Gewohnheit hatten, ihre Psar»ter zu ruinireit, indem sie sich mit ihren Equipagen undeinem zahlreichen Gefolge bey ihnen einquartirten, unddiese armen Priester zwangen, kostbare Mahlzeiten zu hal-ten, zu welchen sie ihre Freunde einluden, und davon eineinziges oft 100 Thaler kostete; ferner ihnen Geschenke fürihren Sekrctät und, alle ihre B'-dienten abdrängen u. s.w. Ricci bewies dem Großberzog leicht, (der übcrdicßwir diesem eitlen Prunk eines asiatischen LuruS sehr un«

11