Band 
[Erster und zweiter Band.]
Seite
184
JPEG-Download
 

164

und Kreaturen diesen Ränkeschmieden willig die Hände.ES machte ihnen wenig Müde, in einem Orte zum Zielzu gelangen, wo die Jesuiten und Domimkancr so langeZeit unumschränkt gehemcht hatten, wo ihr Fall so vieleUnzufriedene gemacht hatte, und wo die Karmeliter, dieihren Platz einzunehmen suchten, und die reformirtsnMönche von 8t. lü-eonarsto Za k'orto Uiiurinio, diein völliger Abhängigkeit von dem Erzdnchvf zu Florenzstanden, alle geneigt waren, ihrem eigenen Bischof zuschaden, und dazu durch die Feinde dieses Prälaten he-ständig aufgemuntert wurden- Der Großherzog bestraftenur die subalternen Jntriguanren exemplarisch,

Indessen wuchs das Uebel täglich. Ein von demErzbischof Martini (was Leopold wohl wußte) verführterKanonikus in Prato, reizte andere Kanonici, seine AmtS»genossen und mehrere Pfarrer auf, und brachte sie soweit, daß sie in ihren mündlichen Lehren und in ihrenSchriften offen die Anmaßungen und Grundsätze dc< rö»mischen Hofes unterstützlen. Diese plötzliche Offenbarungvon Grundsätzen, die zu vergessen man noch nicht Zeitgehabt hatte, warf Zweifel in die einfältigen Gemüther,und beunruhigte sie so, daß sich die Priester der Kathe-drale weigerten, eine schon verkündigte Ehe einzusegnen,bloß aus dem Grunde, weil keine Dispensation von Romda r-y. Der Großherzog versetzte die minder schuldigenPfarrer, und schickte die übrigen, so wie die aufwiegle-rischen Kanonici in das Seminar, wo eS weder gelang«sie zu besser», noch aufzuklären.

Dies war der Anfang jener Art von Krieg, den manförmlich gegen Ricci und besonders gegen seine Synodeführe» wollte, deren Zusammcnberufung Rom über allesfürchte«, weil eS wohl voraussah, „welche Wirkung un-fehlbar auf die alte Maschine der päpstlichen Monarchie