Band 
[Erster und zweiter Band.]
Seite
183
JPEG-Download
 

durch seinen Minister verfolgen, entlarve» und mit Schandebedecken.

So viele wiederholte Angriffe gegen ein System, dasman aufstellen wollte, ungeachtet der mächtigen Opposi,tion der durch den allvcrmögendcn Einfluß der Priesterund deS Ministeriums irre geleiteten öffentlichen Meinung,mußten endlich die Spaltung zwischen den alten Karbo»liken und denen herbevfübren, welche man die neuenJansenistc» nannte. Schon beklagten sich Geistliche undNonnen über die Verweigerung der Sakramente auf Pe»fehl ihres Bischofs, wie dieß in Frankreich Statt fand,und der Erzbischoj Martini war nicht über den Veroachterhaben, diese traurigen Spaltungen zu erregen und zunähren. Dieß gibt Ricci neue Gelegenheit, sich bitterüber Leopolds Schwäche zu beklagen, der mit den beste»Absichten, Gutes zu thun, cS doch nie dahin brachte,weil er cS seinen Ministern hingeben ließ, daß sie sichin die strafbarsten Intriguen mischten, und die Uuord»nung unterhielten, ohne je Charakter genug zu daben,irgend einen entscheidenden Beschluß zu ihrer Bestrafungr» fassen

Um diese Zeit bekam Ricci von dem Grvßherzog denAuftrag, einen allgemeinen Reformplan für den Unter»richt der OrdeuSgcistlichen zu entwerfen, einen Plan,dessen völlige Ausführung die gewohnten Schwierigkeitenverhinderten.

Inzwischen dauerte der Kampf Rvm'S und seinertoLkanischen Parteigänger gegen den Bischof von PiSioja,und olle diejenigen, die in seine Fußstapsen traten, mitder gleichen Wuth fort. Der Erzbischof Martini wolltesich immer in alles mischen, sagt Ricci; besonders bore«in seiner GcdurtSstadt Prgto seine Familienangehörige«.