Band 
[Erster und zweiter Band.]
Seite
200
JPEG-Download
 

soc,

bracht hatte, vorangegangen waren, bey dem größtenTheile der Prälaten den Gedanken erzeugt, daß sie nurdarum zusammenbcrufe» worden wären, um über da-Schicksal von Ricci, seiner Synooe und seiner Anhängerabzusprechen, um, sagte man, den ncugefaßten Entschlußdes Großherz ogS, alle seine kirchlichen R.formen zu wi-derrufe» , und die Angelegenheiten der Kirche wieder auS«schließlich den Bischöffen unter die Hände zu geben, zusanctiouviren. Das Volk theilte diese Meinung, und dieFolge hnvo» war ein allgemeiner, sich auf das cnlschie«dendsie cuSsprcchenbrr Geist der Widcrsezlichkeit, gegendie Plane des Regenten. An die Spitze dieser Partheystellte sich der Erzdischof Martini, der sooann zum Mit,telpunkte der Kabalen ward. Die Bischdffe von Kosteund Ediusi allein waren es, die sich der Gemeinschaftihres Kollegen Ricci, über welchen sich-die übrigen Bi«schösse zu Richtern gesetzt zu seyn, wirklich, oder nurscheinbar glaubten, nicht entzogen.

Gleich bey den ersten Sitzungen legten die Beschösseden Geistlichen von der Regierung mit den Worten: nc>»rnsArstri, vo» äisorpuli (wir sind die Lehrer, und Ihrdie Schüler) Stillschweigen auf. Der Advokat Lamprcdi,Bruder VeS unruhigen Mönches, von dem wir schon öf,IcrS gesprochen, war ihr eifrigster Vertheidiger. Ent«schloffen, um welchen Preis eS auch seyn möge, die Aus«merksa-r-icik auf sich zu ziehen, war Lamprehj einer vonjenen Männern, die in der That aufgeklärt sind, jedochin dem Wissen, gleichwie in der Unwissenheit, nur dasMittel, sich zu heben sehen, und es daher auch nur insofern achten, als es ihnen bey ihren ehrgeizigen oderhabsüchtigen Entwürfen dienlich ist. Wäre er von Lee»pold oder Ricci, ihre Sache zu vertheidigen gewählt wor.den, so hätte er gewiß sein ganzes Talent und seine