Band 
[Erster und zweiter Band.]
Seite
208
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Zweiundfünfzigstes Kapitel.

Ricci will abdanke». — Die Versammlung der Viscbösfe ist auf.gelöst- — Jl,re Akten. — Plan zu einer vollkommenenund gründliche» Reform'.

Nur die wiederholten Bitten von Ricci brachlen esdahin, daß Leopold endlich sich zur Milde gegen seineundankbaren Unterthanen geneigt zeigte. Der Bischofwirkte den ausgezeichnetsten Personen die Freiheit, undden übrigen eine beträchtliche Verminderung der über sieverhängten Strafe aus. Dieses cdelmüthige LÜcrk alleingenügte ihm nicht, sondern er lieg noch überdicß aufseine Kosten die Familien der Arbeitslcute, welche inVerhaft gebracht worden waren, oder sich in der Unmög-lichkeit befanden, ihre Bedürfnisse zu bestreiken, ernähren.Hieraus verwandte er seinen ganzen Fleiß auf Beruhigungseines Kirchsprengels. und suchte ferneren Slörungen da-durch, daß er seine Heerde über ihre wahren Pflichtenund ihre theuersten Jniereffcn aufklärte, zuvorzukommen.

Nachdem dieß geschehen war, war er ernstlich aufseine Abdankung bedacht. Den 22. Mai schrieb er anden Grvßberzog einen weitläufigen Brief, worin er vor,züglich seine Rechtfertigung binsichtlich der ihm gemach-ten Vorwürfe, daß er einerseits unpolitisch gehandelt unddurch seine unvorsichtigen Reformen zum Aufruhr gereizt.