236
übertreibend^, schafften sie unter dem Titel deS unnöthigenAufwands, da« Kreuz, die Wachskerze, und den mir derStola bekleideten Priester ab; Gebräuche, die sonst beyLeichenbegängnissen eingeführt waren. Alle Gemüther ge-riechen dadurch in Gährung, und man hätte einen neuenAufstand erlebt, wenn sich die Priester nicht beeilt hätten,dem Geschrei des Volkes nachzugeben, das mit HeftigkeitKerzen und Kreuze forderte. Ricci der sich bis zum Ende .getreu blieb, beklagte sich kräftig gegen so viel Hinterlist !und Zweideutigkeit, wurde aber weniger als je, damitgehört; man verdoppelte sogar die Anstrengungen, weil !man nun das rechte Mittel, ihn zu verderben, gefundenzu haben glaubte. Diejenigen Geistlichrn, die dem Volke !eine Nachgiebigkeit gezeigt hatten, die sie ihm nicht hat« ^tcn abschlagen kdnacn, ohne sich allem auszusetzen, wur-den von Seiten der Regierung streng bestraft, und dieseeben so übertriebene als unzeitige Strenge trieb die allge-meine Erbitterung auf den höchsten Grad.
Das ist aber noch nicht alles: während man das ehe-malige Berbeffcrungssystem verhaßt machte, so verbreiteteman in ganz ToSkana immer solche Gerüchte, die dazudienen könnten, zu zeigen, wie leicht man sich diesen Ver-besserungen entziehen könnte. In dieser schändlichen Ab-sicht, verbreitete man auch Leopolds Proklamation an dieNiederländer, worinn er alle Gesetze und VerordnungenJvseps-H. in geistlichen Dingen widerrief, eine Prokla-mation, die diesem neuen Regenten durch eine zu lebhafteFurcht vor den Aufrühren, .und durch einen eben so un« ^klugen, als schwachen Minister entrissen ward. Die ToS« 'kaner hofften auf denselben Erfolg; und setzten die näm-liche» Springfedern in Bewegung, das heißt: sie berei-teten sich auf Unruhe., und Ausstände vor. Bald es > !