2 ?»
4 »^
Achtundfünfzigstes Kapitel.
Erregung von Unruhen. — Fanatismus. — Aufstand i» Pis«toja. — Ricci'S Flucht.
Um den Augenblick dc« Aufstandes schneller herbey»zuführen, ließ die erste obrigkeitliche Person zu PiStoja(ein gewisser Fadroni) in der Nacht einen der Altäre,der aus Befehl des Volkes wieder aufgebaut und verziertworden war, einreißen. Diese unzeitgemäße Maßregelwürde, wie man nicht zweifelte, dem Bischof Ricci auf»gebärdet werden, dessen persönliche Sicherheit dadurchvon einem wüthenden VolkShaufeu, aus einem Grunde,der ihm gänzlich unbekannt war. bedroht ward. PiStojawimmelte von Emissären und Unruhestiftern, die öffent«lich Aufruhr predigten, und aller Orten aufrührerischeSchmähschriften verbreiteten, wahrend man, wie derKayser eigenhändig nach ToSkana schrieb, zu Brüssel Be»glückwünschungsichreiben der Pistojer an die Niederlän»der druckte, worin man ihnen über den glückliche» Er»folg ihres Aufruhr- Lob ertheilte, und ihnen versprach,sobald als möglich ihrem Beyspiel zu folgen.
ES war dieß damals, wo der Kayser einwilligte,daß die Regentschaft, die unter seiner Regierung stattgehabten Reformen, wo nicht alle, doch zum größten