Band 
[Erster und zweiter Band.]
Seite
239
JPEG-Download
 

«39

Theil, abschaffen durfte. Der beständige Krieg, den mangegen das Koncilium von Pistoja, und gegen alle in re-ligiösen Dingen eingeführte Veränderungen führte, in diegleichem Sinn gedacht waren, schien ihm endlich zu sehrentbrannt, als daß Ricci solche länger zu vertheidigensuchen sollte.

Allein da« war den Uebelgestnnten nicht genug. Siehatten es aus die Person des Reformators selbst abgese-hen, und ließen nichts unversucht, wovon sie glaubenkonnten, daß eS ihn zwingen könnte, seinen Kirchspren,gcl, und sofort den Titel der ihn zum geistlichen Hirtenberechtigte, auszugeben. Intriguen, Kabalen, verstellteAufstände, Aufruhr, einmal an diesem, dann wieder aneinem andern Ort, alles wurde gegen den tugendhaftenBischof in Bewegung gesetzt, den man, wie Herr X.sagte, „den bittern Kelch der religiösen Verfolgung bis„auf den Boden leeren ließ

Man hatte zu Prato das Gerücht verbreitet, alskäme der Bischof blos in der Absicht zu einem gcist,lichen Besuch dahin, um den zu Ehren des heiligen Gür-tel« errichteten Altar einreißen zu lassen. Der Magistratdieser Stadt ließ den Bischof Ricci benachrichtigen, daßer eS nicht wagen solle, dahin zu kommen, wenn ernicht sein Leben in Gefahr setzen und einen Aufruhr ver-ursachen wolle.

Durch so viele Verläumdungen endlich ermüdet, er-ließ Ricci ein Rundschreiben, in welchem er allen Gläu-bigen seines Sprengels erklärte, daß nicht er die Allärein Pistoja habe einreißen lassen, daß er vergebens bey

l) 8orbire I'smsro cslice äells persecu^ione religiös».— /tkm, 8tor. Ül8. äel »iuocla äl kisto/s, x. y4.