Ricci lobte sie in seinen Briefen wegen ihrer wüthigenLiebe zur Wahrheit; verlangte aber, daß diese zweiteAbichwdrung, gleich der ersten, bekannt gemacht würde,um da« Uebel welche« die erste verursacht, gut zu ma«chen, und so dem Mißbrauch zu begegnen, den die Uebel«gesinnten, in der Folge von der Unterschrift der reuigenPfarrer machen könnten. Sie gehorchten buchstäblich,und nahmen diese Handlung mit aller möglichen Fcyer-lichkeit vor. Ricci, den sie davon in Kenntniß gesetzt,bezeugte ihnen seine Dankbarkeit darüber.
Uebrigen« trug diese« Ereignis? keineswegs dazu bey,Friede und Ordnung in der Diöcese Pistoja herzustellen.Die Unruhestifter waren hier der stärkere Theil, und füh-re« fort, alle« zu verwirren, sie wurden hierinn durch dieLokalbchörden, und selbst durch die Regentschaft unter-stützt, in der traurigen Ueberzeugung, (eine Ueberzeugungdie man wenigstens heuchelte, wenn man sie auch nichtwirklich hatte) daß die religiösen Reformen an allemUebel Schuld seyen; und daß, wenn man solche vomVolk zerstören lasse, mau ferner nicht« mehr von dem-selben zu befürchten habe; und daß über da« Volk, wel-che« sich wieder freiwillig in den alten Aberglaubenstütze, dann ohne Hinderniß, und ohne das mindesteMißvergnügen von ihm zu befürchten zu haben, übersich verfügen lassen würde, und daß man es auf eineArt, welche die Regierer für die nützlichste halten wür-de, ausziehen könnte.
Dieserwcgen schlug auch die Regentschaft Ricci die Er-laubniß ab, ein an seine P'arrer gerichtetes Cirkulaire be-kannt zu machen, worinn er dieselben seinen Grundsä-tzen getreu, seine Brüder nannte, und da« in einer pa-thetischen Ermahnung bestand, nur aus den Rath derKlugheit, der Duldsamkeit, und der Sauftmuth zu hören-