Band 
[Erster und zweiter Band.]
Seite
248
JPEG-Download
 

243

zurückzukehren, weil die Regentschaft bor allen Dingendie Gemüther seiner Pfarrkinder beruhigen, und die ärg-sten Unruhestifter bestrafen müsse, indem er sich sonstnur Beschimpfungen und Gewaltthaten aussetzen würde,gegen die er ohne Verheidigung und ohne Stütze sey. Al«lein e- war gerade zu der Zeit, wo die Regentschaft al-lem aufbot, Ricci- Feinde zu ermuthigen, ussd die we-nigen Freunde des Prälaten und der guten Ordnung zuvertreiben.

Sie begnügte sich daher, hierüber blos an den Kaiserzu berichten, welche- der Bischof seiner Seil- auch that.Die Regentschaft würde geglaubt haben gegen ihre eigenenGrundsätze zu handeln, wenn sie denen Ricci- hätte nach,gebe» wollen. Sie behauptete daher fortwährend, daß manniemand die Form seiner Religion-gebräuche vorschrei-ben könne, und man sich hierin» ganz leidend verhaltenmüsse, ob da- Volk eine mehr oder weniger reine Lehrein geistlichen Dingen wähle; und beschuldigte alle die deSJanseni-mu-, die e« wagten, eine andere Meinung zulehren.

Wir würden nicht umhin können, die Regentschaftwegenf einer so weißen und loben-werthen Duldung zupreisen, wenn wir nicht durch die frühern Vorgänge über,zeugtzwären, daß sie blo« die Absicht dabev hatte, denAberglauben, des Fanatismus traurige Quelle zu nähren,und die Unwissenheit, welche die Völker der verworfenste»Sklaverei überliefert, zu erhalten.

Leopold hatte sich bannn geirrt, daß er selbst refor,miren,wollte, er hätte dem Volke, dem e- frei stand, seineReformen nicht anzunehmen, die Sorge für die Verbeffe«rungen in dem Gottesdienst überlassen sollen; und hattefür seine Person nichts ncth z, als eine luff.rc Erziehungeinzuführen und das Volk zu leiten.