Ricci suchte zwar einige Wirkungen der Unwissenheit-u zernichten; aber blos als Sektierer, der befürchtete, dieUnwissenheit gänzlich zernichtet zu sehen. Er unterlagdeßwegen mit seinen Neuerungen. Wir wollen nun wie,der auf den Zeitpunkt der Rückkunft Leopold- zurückgehen.
Ricci verlangte nicht in seine Dibcese zurückzukehren.Wenn man aber doch darauf bestehe, daß er cS thue, soforderte er, daß sein Aufenthalt daselbst möglich gemachtwerde, weigerte sich aber irgend eine Niederträchtigkeit zubegehen, und in ein Bekenntniß einzuwilligen, das ge-gen seine religiösen Grundsätze sey und sein Gewissen be-unruhigen könne. Obgleich Leopold selbst eifrig in ihndrang, den Umständen nachzugeben, so blieb er doch festbey seinen früheren Meinungen.
Er fuhr, wie Herr X. sagt, fort die kanonische Lehrezu der er sich stets bekannt, zu behaupten, um sie denirrigen Grundsätze» der Molinistcn und Kasuisten, denservilen Grundsätzen eines Roccaderti, und den gefähr-lichen Lehren, welche während der barbarischen Jahrhun-derte des Christenthums aufgenommen waren, und welchedem Ansehen der Bischöffe, der Pfarrer und der Machtdes Fürsten gleichförmig Untergang bringend sind, rnt»gcgenzusetzen. Er verwarf wie immer dasjenige, waser die neuern Irrthümer über die Ertbciluug der Sakra,wente, über die Beobachtung der zehrn Gebote, über diewaterielle und abergläubische Verehrung der Heiligen undBilder, über den Ablaß, über die Gnade, über die Vor-herbcflimmung, welche Lehre er unterdrückt wissen wollte,vnd über die Nothwendigkeit der Liebe zu Gott, die manihn zu läugnen beschuldigte u. f. w., nannte. Er weigerte sichdie Eristenz der Vampyrcn zu glauben, und die Strengeder Forderungen gegen diejenigen zu mildern, die sich derBuße und des Abendmahls bedienen wollten, die er nur