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und man hielt ihn, bey der damals herrschenden Unze«rvißheit und Ausschweifung für so wichtig, daß man des«sen Bekanntmachung durch den Druck befahl, welchesnicht wenig zur Beruhigung der Gemüthes beytrug.
In Italien war dieß nicht der Fall. Der Beyfallden Ricci der Civilvcrfaffung der französischen Geistlich»keit ertheilt hatte, wurde für ein Verbrechen gegen diegöttliche und weltliche Majestät angesehen, und als schließeer den Saamen zu aller Art von Gottlosigkeit und allerevolutionären Lehren in sich, wodurch Altar und Thronbedroht seyen.
Ricci erfuhr in seiner Jurückgezogenheit gar nichtsvon allem diesem, und als er endlich davon unterrichtetward, so begnügte er sich damit, seine Absichten gegenseine Freunde, die ihm ihre Zweifel und ihre Furcht mit,getheilt hatten, zu rechtfertigen. Nicht lange, so erschiengegen den Prälaten eine scandalöse Schmähschrift. Derpäpstliche Nuntius am toSkanischen Hose wendete sich miteiner Beschwerde an die Regierung, daß ein ehemaligerBischof sich so weit vergessen habe, eine Lehre zu ver«breiten, die derjenigen, welche der heilige Stuhl für dieeinzig rechtgläubige erkläre, geradezu entgegen laufe, unddie deßwegen auch vom Papste feycrlich verdammt wor»den sey. Allein das toskanische Ministerium das da-mals Frankreich mehr fürchtete als Rom, wollte sich über«inen so kitzlichen Gegenstand nicht erklären.
Man hielt Ricci fortwährend für einen gefährlichenMenschen, für eine» Freund der Franzosen, einen An«Hänger der Revolution, mit.einem Wort für einen Jaks»inner (6Z). Mit dieser Benennung belegte man näm-lich alle geistlichen Reformatoren, ' um sie dadurch demallgemeinen Hag preig zu geben, und als die Vorläuferde.'s.iugeii zu bezeichne!,, die das Wohl dcS Volkes, dem