Band 
[Erster und zweiter Band.]
Seite
294
JPEG-Download
 

gend eines Eide- nach der Form Alexanders des siebeli-tcn und der Lulle Vvnosm und VinFonitus verlange;n»o hatte dagegen besohlen, daß man nur das Glaubens«bekennlniß von Plus IV. abverlangen dürfe. Außer dembestand ein besonderes Verbot, weder in den öffentlichen !noch in den privat Kollegien, von der Konstitution ge-gen die Jansenisten zu sprechen, und keinen der derüch«tigten ultramontanischen Grundsätze zu lehren, die vonder Berufung an die allgemeine Kirchcnversammlung, vonder Unfehlbarkeit und der Oberhcrrllchkeit des PabstrS hin-sichtlich der Kirchenversawmlung, handelten.

Aus einem andern Briefe vom 10 . März 17SZ, er«sieht man, daß eine Verordnung des Erzbischoffs von Ma«lineS vom 8- Februar, wegen der darin» aufgestelltenGrundsätze, «in großes Skandal erregt hatte.

Er lehrte unter anderem, daß der Pabst eine« bimm«lischcn Vorrechtes hinsichtlich einer ui beschrankten Unfehl-barkeit und Gerichtsbarkeit über die allgemeine Kirche ge-nieße; daß der geistliche Stand göttlichen Ursprungs unddas personifizierte Evangelium sey. Er beschuldigte die vor-nehmsten Seelenhirten der deutschen Kirche, daß sie eineirrgläubige Lehre verbreiteten, und unter anderem behaup-teten, die Verehrung der Heiligen bestehe blos in der Nach-ahmung ihrer Tugenden; und daß man das Lesen derheiligen Schrift in der Muttersprache, so viel wie mög-lich, verbreiten müsse; ein Grundsatz, den er als denWeg zur Trennung der Kirche und zur Ketzerei, vorstellte.

Am 4. Oktober i?Ü4 endlich berichtete der Abbe Bel-legarde das, was der Pabst an den Erjcsuiten Moggi von ^Ferrara geschrieben, um ihn für die Herausgabe einer ver-läumdcrischen Schrift, unter dem Titel: Kurzgefaßte Ge-schichte der SchiSmatischen Kirche von Utrecht, zu danken.Allein er hatte alle Ursache sich im folgenden Jahr hierüber