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Lehrbuch der Geographie nach den neuesten Friedensbestimmungen / von J.G.Fr. Cannabich
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883
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Chinesisches Reich,

Schneeketten, zu verbinden scheint. Zwischen dem Nan-Schar, undKilian-Schon, die zum Gebirgssysteme des Kuen-lun gehören, ge-gen Hami hin, bilden die Ketten von Tangut den westlichen Randder Wüste Gobi. Es gibt viele Seen, als: der Chulun (Dalai),der 48 M. im Umfange hat und vom Cberuliun durchflossenwird; der Kossogol an der Sibirischen Gränze; Kuku-Nor,Chinesisch Lh sing-Hai (Blaues Meer), nördlich vomHoangho;der Dzai sang; der Ala-kul, in dessen Mitte sich ein ehemalsthätiger Vulkan, Aral-Tubo genannt, erhebt; der Temurtuoder Tuzkul, auch Jssikut, 18 M. lang und 6 7 M. breit;der Palkati-Nor oder Balkasch in der ehemaligen Soongarei rc.Die Mongolei ist ein Steppcnland, ohne große Waldungen, doch be-stehen diese Steppen nicht in flachen Ebenen, sondern sie werdenvon Bergen durchschnitten. Stellenweise gibt es an den Flüssengutes Land, daS zum Ackerbaue benutzt werden könnte. Das In-nere des Alkäischen Gebirges ist reich an Gold und Silber. Diedürresten, unfruchtbarsten Gegenden enthalt die große Wüste Gobioder Schamo, welche aus der kleinen Bucharei sich durch die süd-liche Mongolei bis zur östlichen Gränze derselben erstreckt und an400 M. lang und 100 M. breit ist, mit einem steinigen Kiesbodcn,fast ohne Wasser und Gras. Wo letzteres wächst, ist es sehr nie-drig und dünn und verbrennt bei mäßiger Dürre gänzlich. Wassergeben die Brunnen, die in den Ebenen gegraben sind; auch siehtman in dieser Steppe viele Salzgründe. Die Luft ist trocken undscharf. Wälder gibt es darin gar nicht. Demungeachtet haben diein den steppen der Gobi nomadisirenden Mongolen zahlreicheHeerden von Kameelen, Pferden, Schafen, Ziegen und Rindern.Fruchtbarer ist der Strich südlich von der Wüste Gobi bis zur gro-ßen Chinesischen Mauer, wo die Nomadenplätze der Zacharen, Or-tossen und anderer Mongolischen Stämme sich erstrecken. Außerden schon angeführten Hausthüren hat die Mongolei wilde Pferde,wilde Schweine, wilde Ziegen, Bären, Wölfe, Hasen, Füchse, Zobel,allerlei wildes Geflügel, Fische, Waldungen in den nördlichen Ge-genden, etwas Hirse, Gerste und Weizen, viel Salz, das in denSalzseen sich von selbst ansetzt rc. Das Land enthält, nach neuernSchätzungen, 90,000 (nach ältern 53,000) Q. M., mit etwa 2 bis3 Will. Einwohner, die man unter dem Namen der Mongolenkennt, die sich in viele Stämme theilen, und wozu auch die Oelöten,die bei den Europäern unter dem Namen der Kalmüken bekanntfind, die Khoschat oder Sifanen, die Soongaren (die fastganz vertilgt sind), die Torgot und die D.erbet gehören. Siebekennen sich zur Religion des Fo, leben nomadisch in Jurten oderFilzzelten uud ernähren sich größtcntheils von der Viehzucht undder Jagd. Gewerbfleiß ist fast gänzlich.unter ihnen unbekannt, in-dem sie die ihnen nöthigen Kunsterzeugnisse von den Chinesen er-halten, mit welchen der Handel durch Karawanen unterhalten wird.

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