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Asien.
ren Flaum die feinsten Shawls verfertigt werden, Moschusthrere,wilde Pferde, Speise- und Raubwild, Geflügel in Menge und Fi-sche in den zahlreichen Seen und Flüssen, auch soll sich in Tibetdas Einhorn aufhalten, ein sehr scheues und wildes Thier; Getreide,Reis (doch nicht hinreichend), Obst, Südfrüchte, Rhabarber; Gold,Silber, Quecksilber, Kupfer, Eilen, Magnet, Bergkrystall, Achat,Marmor, Granit, Borax oderTinial, Stein- und Quellsalz, Alaun,heiße Bader rc. Die Produkte des Mineralreichs werden noch we-nig benutzt.
Die Anzahl der Einwohner, welche den Ucbcrgang von demJndicr zu dem Mongolen zu machen scheinen, ist völlig unbekannt.Sie bekennen sich zur Lamaischcn oder Buddhistischen Religion,welche zwei Oberhäupter, Dalai-Lama und Bogdo-Lama, und einezahlreiche Klerisei mit vielen Klöstern (auch Nonnenklöster) hat undin mehreren Stücken dem Katholicismus ähnlich ist. Der Dalai-Lama wird für den eingefleischten Fo oder Buddha gehalten, dessenSeele nach seinem Tode in einen andern Körper übergeht oder wie-dergeboren wird und auf diese Art unsterblich fortregiert.
Die Einwdhner haben eine eigene, einsylbige, von der Chinesi-schen verschiedene Sprache. Die heilige Sprache, worin ihre Re-ligionsbüchec geschrieben sind, hat Aehnlichkcit mit der IndischenSanskritschrifr. Kangihour heißt die Sammlung ihrer Religivns-schriften, welche aus 100 Foliobänden besteht.
Die Einw. verfertigen Tücher, Papier aus Baumbast, Schmie-dearbeiten, Waffen und metallene Götzenbilder, desgleichen verschie-dene Seiden- und Wollenzcuge, Räucherkerzen, die man vor denGötzenbildern anzündet, hölzerne Schalen aus gelbem Holze, die sehrgeschätzt werden, weil man glaubt, daß das dazu gebrauchte Holzdie Kraft des Giftes zerstöre. Auch treiben sie einigen Handel mitSchafwolle, dem in seiner Art einzigen Ziegenflaum, Moschus, denseidenartigen Büffelschwci'fen und mit Tinkal oder Borax. Der bedeu-tendste Handel wird mit China betrieben und zwar durch Karawa-nen; desgleichen findet mit dem angränzendcn Nepaul, Kaschmir einlebhafter Berkehr statt. Nur wird der Handel durch die beschwerli-chen Bergpasse sehr beschrankt.
Die weltliche Macht ist mit der geistlichen in ein und derselbenPerson vereinigt. In dem eigentlichen Tibet ist die Regierungin den Handen des Dalai-Lama und des Bogdo-Lama (Taischo-oder Teschu-Lama), welche eine Verehrung genießen, die ganz anAnbetung gränzt. Die Anhänger dieser beiden Großiamas heißenGclbmützcn. Der südliche Theil des Landes (Butan) wird vomDharma-Lama regiert (dessen Anhänger Rothmützcn heißen); dochverwaltet dieser nicht selbst die Regicrungsgeschäfte, sondern in sei-nem Namen der Daeb-Raja, der ebenfalls ein Geistlicher ist. InLadack regiert ein Raja, der den beiden Groß-Lamas tribulbar ist.