Zum dritten Buch.
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Und ein Gesetz und eine schöne SpracheUnd redliche Religion:
Vollende deines Stammes schönste SacheAuf deines Rudolfs Thron,
Daß Deutschlands Söhne sich wie Bruder liebenUnd deutsche Sitt' und Wissenschaft,
Von Thronen, ach, so lange schon vertrieben.
Mit unsrer Visier KraftZurUckekehren, daß die holden Zeiten,
Die Friederich von ferne siehtUnd nicht beförderte, sich um dich breitenUnd sei'n dein ewig Lied."
16) Ich könnte Dutzende von solchen Aeußerungen anfuhren, beschränke michaber, auf eine der merkwürdigsten hinzuweisen, aus eine Ode, welche im Aprilhestder „Berliner Monatsschrift" für 1787, man bemerke 1787, vorkommt. DieseOde feiert den Unabhängigkeitskrieg der Nordamerikaner und schließt mit derStrophe:
„Und du, Europa , hebe das Haupt empor!
Einst glänzt auch dir der Tag, da die Kette bricht,
Du, Edle, frei wirst, deine Fürsten Scheuchst und ein glücklicher Volksstaat grünest!"
17) In dem 1774 geschriebenen Idyll „die Leibeigenen" läßtVoß einen der-selben sprechen:
„Was? noch Treue verlangt der unbarmherzige Frohnherr?
Der mit Diensten des Rechts — sei Gott es geklagt — und der WillkürUns wie die Pferde quälet und kaum wie die Pferde beköstigt?
Der, wenn darbend ein Mann für Weib und Kinderchen BrotkornHeischt vom belasteten Speicher, ihn erst mit dem Prügel bewillkommt,
Dann aus gestrichenem Maß einschüttet den kärglichen Vorschuß?
Der auch des bittersten Mangels Befriedigung, welche der PfarrerSelbst nicht Diebstahl nennt, in barbarischen MarterkammernZüchtiget und an Geschrei und Angstgebärden sich kitzelt?
Der die Mädchen des Dorfs mißbraucht und die Knaben wie LastviehAuserzöge, wenn nicht sich erbarmetcn Pfarrer und Küster,
Welche, gehaßt vom Junker, Vernunft uns lehren und Rechtthun?
Nein, nicht Sünde fürwahr ist solcherlei Frohnes Versäumniß."
18) „Abenteuerliche" Schmeichelei ist gewiß nicht zu viel gesagt, wenn manGleim leiern hört:
„Von unsern deutschen Fürsten sprichtSelbst die Verleumdung Böses nicht!
Sie sind, was unsre Weisen wollen,
Daß es die Fürsten sei'n, und wenn sie'« noch nicht sind,
Nach Möglichkeit geschwindZu ihrem Besten werden sollen.
An ihren Thronen steht kein Knecht!
Sie machen ihrem Fürstenstande' Bei Welt und Nachwelt keine Schande;