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Lande die Industrie und das Manufacturwesen erhebtoder in Verfall kommt, und mit Wiederholung dieserVoraussetzung führen wir den Leser ein in die Ge-schichte über Industrie und Manufacturwesen einesandern Volkes. Die Flanderer in den Niederlandensind die Ersten gewesen, welche allerhand Tuche undwollene Zeuge zu machen anfingen, wozu sie dievortrefflichste Wolle aus England erhielten, weil indiesem Lande noch keine Wollenmanufacturen eristir-tcn. Balduin, der jüngere Graf von Flandern, mun-terte die Fabrikanten, die sich damals nicht nur in denSrädten, sondern auch auf dem Lande befanden, da-durch auf, daß er, um das Jahr 96V, in mehrerenStädten seines Landes freie Märkte anlegte, und so-wohl den Verkäufern als den Einkäufern vortheil-bringende Rechte ertheilte. Dadurch vermehrten sichdie Luch-, Zeug- und Leinwand-Fabrikanten in einerZeit von ilvv Jahren auf eine erstaunenswürdigeArt; freilich trug auch hierzu die bequeme Lage derflandrischen Häfen zwischen Mittag und Mitternachtsehr viel bei. Mit der Zahl der Fabriken hatten dieFabrikanten sich auch außerordentlich vermehrt, sehrvervollkommnet, und stellten ihre Abnehmer zufrieden,bis zu der Zeit, wo die Grafen von Flandern mitFrankreich in Krieg verwickelt wurden, wozu vieleGelder erforderlich waren, um die Ausgaben zu be-streiten.
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Dieser Umstand verursachte, daß die Grafen vonFlandern die Jahrmärkte mit allerlei Auflagen be-schwerten, welche Maaßregel unter den Wollenfabri-kanten eine große Unzufriedenheit erregte, die so weitum sich griff, daß sie im Jahr 1LV1 zu Gent einen