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Die vormaligen Reiß- und Kardätschkämme ka-men außer Gebrauch, und statt deren wurde die Wolleauf Zese-Kammen vor- und auf feinen oder gröbernStrubbeln ausgearbeitet, dann auf dem kleinen Radegesponnen. Aber in manchen Städten, z. B- inOschatz, wie auch in einigen Zucht- und Arbeitshäu-sern, wurde die auf obige Art gekrempelte Wolle aufsogenannten Kniestreichcn zu feinen Locken bear-beitet, welche dann auf dem großen holländischen Radeversponnen wurden, welches nämlich die Manier derHolländer und Niederländer war, wie oben schon er-wähnt worden ist.
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Die auf diese Weise betriebene Tuch- und Zeug-fabrikation erforderte eine große Anzahl Arbeitsleuteund eine vorzügliche Spinnerei. Man durfte es nichtmehr bei der bloßen Schlauchspinncrei bewenden las-sen, sondern es mußte die Zahlen- und Strähne-spinnerei eingeführt werden. Und wenn die Fabri-kanten an manchen Orten kein fein und egal gespon-nenes Garn bekamen, so lag die Schuld an ihnenselbst, weil sie nicht befolgten, was ihnen z. B Crinttmi tschau, Werd au, Reichen dach u. a. O. lehr'ten- Hier mußten die Spinner das Garn in dervom Fabrikanten im -Voraus bestimmten Anzahl Zah-len oder Strähnen abliefern, und diese mußten dierichtige Anzahl Gebinde und jedes derselben 80 Fä-den, und die Zahl oder der Strähn die richtige Länge(3^ Fuß) haben, so daß die Zahl einen Faden vonIvu L. Ellen ausmachte. Ja es geschah zuweilen,daß die Weifen von den Obermeistern und einer Po-