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lizeiperson gemessen wurden. Im Fall, daß der Spin,ner eine Zahl mehr oder weniger aus dem PfundeWolle gesponnen hatte, als ihm aufgegeben war, sobekam er für die überflüssige Zahl kein Spinnerlohn,und hatte er I Zahl zu wenig daraus gesponnen, sowurde ihm noch ein kleiner Abzug gemacht. Aufdiese Weise erhielten die Spinner eine gewisse Fertig-keit in der Spinnerei, so daß es ihnen gar nicht schwerwurde, ein egales Garn und die bestimmte AnzahlZahlen oder Strähne aus dem Pfunde Wolle zu er-zeugen. Die Tuchfabrikanten ließen aus dem Tuch-macher-Pfund (4 Pfv. K. G.) 9-14 Zahlen (L 700L. Ellen) spinnen, und verfertigten aus diesem Garn69—Nil» gängige Tuche, welche 9 — 11 Viertel Ellen(Leipz. M-) breit waren. Ganz anders handelten inder Absicht, ein feines, egales Garn zu erhalten, dieWollkämmer, welche nämlich aus langer Kammwolle,welche mittelst dazu geeigneter Wollkämme (tz. 233.)in langen Fäden zogen, und diese dann auf dem klei-nen Rade (dem Flachsrade ganz ähnlich) spinnen ließen.Aus dieser gekämmten Wolle ließen sie aus demKramerpfunde 36—48 Zahlen (L 706 L. E) spinnen.Wenn nun der Spinner weniger Zahlen gesponnenhatte, als er sollte, so wurde ihm ein Abzug amSpinnerlohn gemacht; brachte er hingegen einige Zah-len mehr, als ihm aufgegeben war, so bekam er fürjede Zahl, die er mehr gesponnen hatte, das doppelteSpinnerlohn. Auf diese Weise wurden die Spinneraufgemuntert, und sie bewirkte den Nutzen des Woll-kämmers und des Spinners zugleich. So hatten durchdie Tuch- und Zeugfabrikation in den obigen Städtenund auf dem Lande viele hundert Menschen beiderleiGeschlechts (gesunde und gebrechliche) Arbeit und Ver-dienst. Und jene Zeit war mit Recht, wenn auchnicht ein goldenes, doch gewiß ein silbernes Zeitalterzu nennen, welches wir aber mit dem eisernen ver-