«8
»
Hier soll nun ein solches angegeben werden, welchesnach unserer Erfahrung gute Dienste leistet.
Man bereitet sich dazu entweder aus Soda,Pottasche oder Asche und Kalk nach den oben (h.slVo. I. 2.) u. 84.) angegebenen Verhältnissen, oderdeutlicher: aus 1 Pfund Soda und 1 Pfund ge-branntem Kalk, oder 1 Pfund Pottasche undPfund gebranntem Kalk, oder 1 Dresdner Viertelguter Holzasche und ^ Metze gebranntem Kalk undheißem Wasser nach bekannter Art eine schwache Aetz-lauge (circa 4 — 6 Grad stark). Dann gießt mankochendes Wasser in ein hölzernes Gesäß, gießt vondieser Aetzlauge und etwas fauligen Urin hinzu, sodaß das Bad noch unleidlich heiß (etwa 46—45° R.)bleibt. Daraus steckt man die Kämmlinge, die fette,pichige Wolle oder auch dergleichen Garne hinein,handirt sie eine Zeit lang behutsam darin, nimmteine Hand voll heraus, spült sie im Wasser aus, umzu sehen, ob sie rein ist. Ist sie rein genug, so spültman sie in fließendem Wasser rein aus. Im Fallaber, daß sie nicht rein genug worden wäre, wasaber selten der Fall ist, wenn die Mischung richtiggetroffen, so darf dieses Mittel nicht wiederholt wer-den, weil die Wolle u. dgl. das meiste Fett oder Delverloren hat, so daß die Aetzlauge nun ihre ätzendeKraft nachtheilig für die Wolle u. dgl. ausüben würde,sondern man muß nun ein schwaches Seifenbad be-reiten und jene Gegenstände handheiß darin behandelnund alsdann im Flusse spülen.
Die ätzende Kraft der Lauge muß allerdings mitdem aufzulösenden Fett oder Del im Verhältniß ste-hen; noch eher kann sie etwas schwächer als zu starksein, indem doch gewiß ist, daß durch die Wirkungder Aetzlauge auf das Fett oder Del, Seife gebildetund mitwirkend wird. Enthält aber die Lauge nocheinen Theil Aetzkrast mehr, als das Fett oder Del