§. 108.
Nachdem man angefangen hatte, mehr Müheund Fleiß auf die Schafzucht zu verwenden und dieZweischur meistens einstellte, so erhielt man schon einebessere Wolle, welche nach der allerdings richtigenMeinung der Fabrikanten auch bessere Werkzeuge zuihrer Verarbeitung erforderte. Daher wurden diegroben Reißkämme abgeschafft und dafür die Zese-kämme eingeführt, um die rohe Wolle darauf vor-zuarbeiten. Sie hatten die Form und fast die Be-schaffenheit wie die oben beschriebenen Kardätschen,und die Wolle wurde auch aus die nämliche Art, nurdaß Del dabei eingestrichen wurde, bearbeitet. Diegezesete Wolle wurde dann auf 80er oder 90er Kar-dätschen zum Verspinnen gut gemacht, oder sie wurdeauf Kniestreichen (d. s. ganz feine, breite, aberschmale Krempel, welche erst mit Scheerhaaren gefüt-tert werden, ehe damit gekrempelt werden kann) zulangen, schwachen Locken bearbeitet und auf dem gro-ßen holländischen Rade gesponnen. Endlich wurdenauch die Kardätschen abgeschafft und solche mit denStrubbeln vertauscht. Die Strubbekn habenfast die Form wie die Streichkämme, aber sie sindviel breiter. Die Bretter aber, worauf sie befestigetwerden, haben eben solche Griffe, wie die Kardätsch-bretter. Die Wolle wird aber auf dieselbe Art daraufbearbeitet als auf den Kardätschen.
§. 109.
In Bezug auf diese Vertauschung der Wollkrem-pel, wegen der gegen sonst viel feinern Wolle, erlau-ben wir^ uns noch unsere Meinung auszusprechen:Man wählt gewöhnlich dann feinere Krempel zurVerarbeitung der Wolle, wenn diese letztere feiner ist,und nimmt minder feine, wenn die Wolle ein wenig