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wendig ist. Uebrigens werden sowohl diese Garne,als auch die Zeuge gefärbt. Die Wolle wird nachvorhergegangener Reinigung entweder mit ungesalze-ner Butter, Kammfett oder Baumöl eingefettet, damitsie sich besser kämmen und spinnen läßt. Die unge-sittete Wolle läßt sich überhaupt nicht gut spinnen.Damit man nicht zu viel Fett oder Oel dabei anzu-wenden braucht, bewahrt man die Wolle an einemfeuchten Orte auf.
Die wesentlichste Eigenthümlichkeit bei der Ver-arbeitung der Kammwolle (h. 247.) besteht darin, daßdurch die dem Spinnen vorausgehenden Operationeneine so viel möglich gerade und parallele Anordnungder Wollhaare herbeigeführt wird, wodurch nachher derGarnfaden mehr Glätte' erlangt. Dieser Zweck wirdnun entweder durch Kämmen der Wolle, oder durchWollkrempel erreicht. Ersteres ist der Fall bei deneigentlichen Kämmgarnen, welche vorzüglich für dieWeberei bestimmt sind, und wozu man Wolle von je-der Länge und Feinheit, und zu den Strick- undStrumpfgarnen eine gröbere und kürzere Wolle, wieauch Lammwolle und Kämmlinge gebraucht.
tz. 283.
Die wolle ju kämmen und ?u spinnen.
Das Wollkämmen ist, der Regel nach, Hand-arbeit, indem Woll!amm-Maschinen bis jetzt keinevöllig genügenden Resultate geliefert haben. Es sind'zwei Methoden des Wollkämmens zu unterscheiden:die deutsche und die englische. Bei beiden gebrauchtman die Wollkämme, deren jeder Kämmcr zugleichzwei anwendet, und welche von folgender Beschaffen-heit sind. Der Hauptkörper des Kammes ist ein Holz,dessen Gestalt einem großen, harten lateinischen j'kgleicht, wenn man sich unter dem wagerechten Striche