Kammvoll ein lockereres Band, welches 5 — 7 Fußlang, schwach handbreit und etwa so dick wie ein klei-ner Finger ist. Dieses Band heißt ein Zug. Indemselben liegen die Wollhaare ziemlich parallel, undwenn der Kämmer die gehörige Geschicklichkeit besitzt,erscheint der Zug, gegen das Licht gehalten, gleichmä-ßig halbdurchsichtig und ohne dunkle (dicke) Stellen.Einzelne Knoten und Unreinigkeiten, welche nicht zuvermeiden sind, werden nachher von eigenen Arbeite-rinnen, welche dabei den Zug gegen das Licht haltenund durchsehen, mit den Lippen entfernt (das Bele-sen der Züge). In der Regel wird die Wolle zwei-mal gekämmt, indem man den das erste Mal erhal-tenen Zug in feinere Kämme wieder einschlägt undvon Neuem bearbeitet.
tz. 237.
Bei der Kämmerei nach englischer Art stehtder Arbeiter und gebraucht, um die Wolle zweimalzu kämmen, das erste Mal dreireihige, das zweite Malvierreihige Kämme. Einer der Kamme ist hier auchwährenv des Kämmens in der Weise befestigt, wiezuvor beschrieben wurde; der andere wird mit beidenHänden geführt, wobei die Richtung seiner Zähne (zu-gleich die Richtung der Bewegung) die Richtung derZähne am unbeweglichen Kamme rechtwinkelig kreuzt-Man schlägt eine Handvoll Wolle in den befestigtenKamm, indem man sie von den Spitzen aus zwischendie Zähne bis nahe an den Fuß der letzteren einschiebt.Dann kämmt man sie mit dem andern Kamme durchund steckt diesen, nebst der nun darin befindlichenWollportion, zur Erwärmung in den Kammtopf (na-türlich mit der Vorsicht, daß die Wolle außerhalb derOfenmauer bleibt); nimmt den befestigten Kamm los,steckt dagegen den jetzt erwärmten Kamm fest auf undkämmt mit jenem erstem, welcher nunmehr in den Hän-