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sogleich versponnen werden. Indessen hat die Spin-nerei auf Maschinen auch für Kammwolle Anwendunggefunden, und zwar in solchem Maaße, daß zu fürch-ten ist, daß wahrscheinlich die Handspinncrei gänz-lich verdrängt werden wird. Bei der Maschinenspin-nerei ist die Einschaltung einiger Vorbereitungsarbei-ten zwischen das Kämmen und das Spinnen geradeeben so nothwendig, wie für Baumwolle und Flachs.Es müssen nämlich die Wollhaare in den Zügen nochvollkommener ausgestreckt und parallel gelegt werden;es müssen aus den Zügen sehr lange, ganz gleichför-mige Bänder hergestellt und diese durch stufenweiseDehnung verfeinert, schließlich auch schwach gedrehtund somit in Vorgespinnst verwandelt werden. Das,was über die Behandlung der Baumwolle im 93.Bande des neuen Schauplatzes der Künste und Hand-werke, bei B. Fr. Voigt in Weimar, vorkommt,kann sehr wesentlich zum Verständnisse hierzu beitra-gen, weswegen wir keine weitere Beschreibung darübermittheilen; auch berufen wir uns auf den Eingangdieser Abtheilung.
tz. 240.
DieKammwollgespinnste bestehen ebenfalls in Ket-tengarne und Schußgarne. Nach der Härte oder Weich-heit des Fadens wird das Kammgarn in England inhartes und weiches eingetheilt; ersteres wird auslängerer Wolle gesponnen und stärker gedreht als letz-teres, welches aus kurzer Wolle gesponnen wird. DasSchußgarn wird auch bis zum höchsten Grad der Fein-heit dargestellt. Die Engländer bezeichnen die ver-schiedenen Grade der Feinheit und Schönheit der Wollemit besonderen Namen, und die deutschen Spinne-reien bezeichnen die Qualitäten derselben mit Buchsta-ben und spinnen davon folgende Feinheits-Nummern: