ISS
tz. 243.
b) Geköperte Statte.
t) Merinos, gewöhnlich mit dreifädigem Kö-per, oft aber auch mit vierfädigem, der aus beiden Sei-ten recht ist; gesengt oder geschoren, mit Glanz appre-tirt (durch Kalandern oder heißes Pressen). Merinos,die keine glänzende Appretur haben und sich weicheranfühlen, führen den Namen Thibet. Bei den halb-wollenen Merinos (Halbmerinos) ist nur der Ein-schuß Kammwollgarn, die Kette aber Baumwolle.Ein Stoff, welcher nach Art der Merinos aus Kette' von Seide und Schuß von Kammwolle gewebt ist,wird Bombasin genannt.
2) S erg e, Sarsche, aufverschiedeneWcise geköpert,mit drei, vier oder fünf Schäften, worauf verschiedeneBenennungen (8«r§6 äe käme, 8erKv äe8erxe äe Lerr^) gegründet sind. Eine geringe SorteSerge wird aus kammwollenerKette und streichwollenemEinschüsse gewebt, schwach gewalkt, und (ohne vorange-gangenes Rauhen) ein wenig geschoren, so daß sieeinen Uebergang zu den tuchartigen Stoffen macht.
3) Rasch, Zeugrasch, vierschäftig geköpert,meist aus grober Wolle leicht gearbeitet. Feiner Raschkam sonst unter der Benennung Chalon und Soyvor. Ehemals verfertigte man unter dem NamenTuch rasch einen ähnlichen, aber ganz aus Streich-garn bestehenden, schwach gewalkten Stoff.
4) Lasting oder Pru ne ll, fünfbindiges Atlas-gewebe, worin die Kette auf der rechten Seite flottliegt. Die Kettenfäden sind zwei- oder dreifädig ge-zwirntes, die Schußfäden einfaches Kammgarn. Manverarbeitet diesen Zeug (meist schwarz gefärbt) zu Hals-binden, Damenschuhen, Möbelüberzügen rc. Ein ähn-licher Stoff war der sonst gebräuchliche Kalmankoder wollene Atlas.